Handy-Recycling – sollte man „refurbisht“ kaufen?

von Redaktion, am 15.5.2022

In der Regel werden neue Smartphones nur für ca. 18 Monate genutzt, dann muss für die meisten Deutschen ein neues Handy her. Das Hauptproblem neben einer zu kurzen Nutzungsdauer und der Verschwendung von Ressourcen deswegen ist dabei, dass die meisten Geräte nicht dem Recycling zugeführt werden. In unserem Beitrag erklären wir Ihnen genauer, wie Recycling bei Smartphones abläuft.

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Wer recycelt alte Handys in Deutschland?

In Deutschland wird das Recycling von Handys von unterschiedlichen Akteuren übernommen. Zunächst müssen wir aber eine Unterscheidung vornehmen: zwischen Wiederaufbereitung oder „Refurbishing“ und Recycling.

Was ist Refurbishing?

Beim Refurbishing werden die Geräte für den Wiederverkauf aufbereitet. Dafür werden alle Dateien und Daten auf dem Handy gelöscht, außerdem wird die neueste Software auf das Geräte aufgespielt und etwaige äußere Mängel wie ein kaputtes Display oder Farbe, die abgeplatzt ist, ausgebessert. Oft wird auch der Akku als typisches Verschleißteil gewechselt. Lesen Sie hierzu unsere Tipps zur Verlängerung der Akku-Lebensdauer beim iPhone.

Anschließend wird das Gerät weiterverkauft, um so eine weitere Nutzung zu ermöglichen. Der große Vorteil ist dabei, dass Kunden so ein refurbishtes Handy kaufen können, aber auch das Ressourcen geschont werden, da die Nutzungsdauer in vielen Fällen verdoppelt wird. Und das ist nachhaltig.

Übrigens gibt es auch Fair-Trade-Handys wie das Fairphone, das durch seinen modularen Produktaufbau mit der technischen Entwicklung Schritt halten und immer wieder modernisiert werden kann.

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Alte Mobilfunkgeräte in Unternehmen

Auch für Unternehmen bietet diese Möglichkeit eine Chance, den Berg an alten Geräten loszuwerden. Nur allzu oft sammeln sich in der IT alte oder minimal beschädigte Firmenhandys. Diese könnte man ohne Weiteres an Händler abgeben, welche Recycling-Handys kaufen, doch dem steht oftmals eine komplizierte Bürokratie gegenüber. 

Dabei gibt es mit „Phone as a Service“ schon seit längerem ein Beschaffungskonzept, das den gesamten Lebenszyklus der Geräte abdeckt und das Refurbishing von Anfang an mitdenkt. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern entlastet auch nachhaltig die IT-Abteilungen in den Unternehmen, die sich für diesen cleveren Weg entscheiden. 

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Recycling von Handys in Deutschland

Beim Recycling von Handys hingegen geht es darum, die noch nutzbaren, oftmals sehr wertvollen Metalle aus den alten Geräten heraus zu bekommen. Zu diesen Metallen gehören unter anderem Gold, Silber, Kupfer, aber auch das oft unter diskutablen Verhältnissen gewonnene Kobalt. Durch die Rückgewinnung dieser Rohstoffe werden natürlich Ressourcen geschont, da weniger neue Metalle geschürft werden müssen.

Mit dem Recycling von Handys lassen sich die CO2-Emissionen von Smartphones senken. Vor allem Smartphones gehören mitunter zu den größten Umweltsündern. So verursacht ein 100 Gramm schweres Smartphone gut ein CO2-Äquivalent von rund 75 Kilogramm.

Leider ist die Rückgabequote von alten Geräten in Deutschland fast schon verschwindend gering, obwohl man vieles in einem Handy recyceln kann. Einzig und allein manche Kunststoffhülle und in manchen Fällen das Display lassen sich nicht recyceln. Um die Rückgabequote in Deutschland zu erhöhen, fordern unterschiedliche Umweltverbände schon seit Längerem ein Handypfand, das ähnlich wie das Pfand auf Flaschen funktionieren würde. Dadurch wird auch die Wirtschaftlichkeit des Recyclings erhöht sowie ein bedeutender Teil zum Umweltschutz beigetragen.

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Wo kann ich mein altes Handy recyceln?

Wenn Ihr altes Handy den Geist aufgegeben hat und nicht mehr repariert werden kann, sollten Sie das Gerät unbedingt ordnungsgemäß entsorgen.

 

Das Smartphone gehört keinesfalls in den Restmüll! Einige der verwendeten Materialien sind giftig oder umweltschädlich – wie etwa die Batterien. Andere können wie oben schon beschrieben recycelt werden. Wenn Sie Ihr altes Handy entsorgen möchten, haben Sie unterschiedliche Möglichkeiten. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengestellt:

Elektrofachhandel 

Beschädigte Handys im Elektrofachhandel abgeben: Seit 2016 verpflichtet das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) Hersteller und Händler zur Rücknahme elektronischer Altgeräte wie Smartphones, auch wenn Sie diese nicht dort gekauft haben. Beispielsweise können Sie Ihr altes Handy in der Regel bei einem Elektrofachmarkt in Ihrer Nähe (ab 400 qm Verkaufsfläche) abgeben. Einige der größeren Elektronikketten belohnen die Rückgabe alter Smartphones in Form von Bargeld oder Gutscheinen. Die Entsorgung Ihres alten Smartphones ist bei Media Markt besonders einfach: Hier finden Sie einen Handy-Abgabe-Automat, der den Restwert Ihres Gerätes ermittelt.

Supermarkt ab 800 m² Verkaufsfläche

Nach der letzten Änderung des Elektrogesetzes müssen Altgeräte auch von Vertreibern von Lebens­mitteln (Supermärkte) mit einer Gesamt­verkaufs­fläche von mindestens 800 Quadratmetern abgenommen werden. Voraussetzung ist lediglich, dass dort mehrmals im Jahr Elektro­geräte angeboten werden, was bei so gut wie allen Discountern (Aldi, Lids, Penny, Netto) und auch den anderen Supermarktketten wie Rewe, Real oder Edeka der Fall sein dürfte. Es gilt eine Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2022.

Wertstoffhof

Kommunale Wertstoffhöfe: Smartphones können wie andere elektronische Geräte bei den kommunalen Wertstoffhöfen abgegeben werden. Deutschlandweit nehmen rund 500 kommunale Sammelstellen Elektroschrott entgegen und führen ihn dem Recyclingsystem zu.

Handy spenden

Als Spende für die Umwelthilfe: Privatpersonen und Unternehmen können alte Handys für das Programm „Handy Grün“ der Deutschen Umwelthilfe spenden. Das Programm ist auf Smartphones spezialisiert und ermöglicht ein besonders effizientes Recycling von Handys. Der DUH-Partner Mobile-Box überprüft die Funktionsfähigkeit jedes eingesandten Geräts. Stellt sich heraus, dass das betreffende Telefon noch funktionsfähig ist, wird das Gerät nicht entsorgt. Diese Geräte werden dann wiederaufbereitet und Sie können dann ein refurbishtes Handy kaufen. Personenbezogene Daten werden selbstverständlich gelöscht.

Sammlung, z. B. beim Naturschutzbund

Abgabe beim Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU): Sie können Ihr altes Smartphone auch beim NABU abgeben. Wenn Geräte irreparabel beschädigt sind, kümmert sich die Organisation um die Entsorgung oder das Recycling. Alte Smartphones, die repariert werden können, werden an das gemeinnützige IT-Unternehmen AfB (Arbeiten für Behinderte) abgegeben. Die Leute, die dort arbeiten, erwecken defekte Telefone wieder zum Leben, wenn möglich. Diese Geräte kann man dann als recycelte Handys in AfB-Läden in ganz Europa kaufen.

Wo werden recycelte Handys verkauft?

Einerseits in den oben genannten AfB-Läden aber auch im Internet kann man einige Händler finden, die Recycling-Handys verkaufen. Dabei sollten Sie aber bedenken, dass diese Geräte nicht so gut in Schuss sind wie die Refurbished-Handys. Trotzdem kann man hier durchaus Schnäppchen machen. Es lohnt sich, die unterschiedlichen Angebote zu vergleichen.

Was kostet ein refurbishtes Smartphone?

Ein Refurbisht-Handy zu kaufen lohnt sich für alle, die nicht das brandaktuelle Modell benutzen wollen, fast immer. So kann ein refurbishtes Handy schnell 40 Prozent weniger kosten als der Neupreis. 

Auch hier lohnt es sich, die unterschiedlichen Anbieter einem Vergleich zu unterziehen. Wenn Sie mehr über die Nachhaltigkeit von Smartphones erfahren wollen, dann empfehlen wir Ihnen einen Blick in unser Whitepaper zu werfen. Darin erfahren Sie, wie Ihr Unternehmen seine Smartphone-Flotte nachhaltig verwalten kann – inklusive Recycling.Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich bei Smart Devices? Unser Whitepaper  präsentiert Zahlen und Fakten zur Produktion und Nutzung von Smartphones und  Tablets weltweit. Klicken Sie für den kostenlosen PDF-Download.

Themen:Nachhaltigkeit

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