Ökologische Handys – gibt es nachhaltige Smartphones?

von Redaktion, am 19.4.2022

Ökologische Handys für Unternehmen? Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel sind in aller Munde. Viele Unternehmen sehen sich in der Verantwortung zu handeln. Das Smartphone wird nur meist vergessen. Deren Herstellungsprozesse sind in hohem Maße umweltschädlich. Wir berichten, was Sie als Unternehmen tun können, um selbst beim mobilen Telefon auf die Umwelt zu achten.

ökologische handys

Handys für die Umwelt – der ökologische Rucksack

Ein großes Problem ist die Herstellung. Das kleine technische Gerät besteht aus circa 60 Rohstoffen, wie:

  • Kupfer
  • Kobalt
  • Gold
  • Silber
  • seltene Erden
  • Aluminium

Rohstoffgewinnung für Smartphones

Die Rohstoffe und Materialien für Smartphones (und in noch größerem Umfang für Tablets) müssen zunächst aufwendig gewonnen werden. Nicht selten sind die vorherrschenden Arbeitsbedingen fraglich. Nach Studien kommt es in den Minen zu Kinderarbeit und aufgrund mangelnder Sicherheitsbedingungen zu Arbeitsunfällen und sogar Todesfällen.

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Besonders in der Demokratischen Republik Kongo werden Kobalt und Tantal unter miserablen Bedingungen abgebaut. Um Geld zu sparen, gibt es zum Beispiel keine Sicherheitsstandards. Manche Minen liegen in Bürgerkriegsregionen, teils werden die Abbaustätten von Milizen oder Warlords kontrolliert. Man spricht in diesem Zusammenhang dann von „Konfliktmaterialien“. Der Erlös aus dem Abbau wandert dann oft in weitere Waffen oder in die Privatschatullen der Anführer.

Karte der für die Smartphone-Produktion benötigten Rohstoffe und ihrer Herkunftsländer

Smartphone-Produktion

Sind alle Ausgangsmaterialien zusammengesucht, wandern sie oft von einem Land zum anderen. Viele Mikrochips, auch die von ökologischen Handys, werden in Indien, China oder Taiwan produziert. Der Grund: Es ist kostengünstig. Dass der Transport mit großen Frachtern nicht gerade umweltfreundlich ist, sollte jedem bewusst sein.

Eine hohe Menge an Schadstoffen und Treibhausgasen, wie CO₂, wird durch die Produktion freigesetzt. Auch die Arbeit in den Produktionshallen wirft zahlreiche Fragen auf. Neben einem geringen Lohn werden häufig die Arbeitszeiten und andere Bedingungen angeprangert. Die Gesundheit der Arbeiter ist teilweise stark gefährdet. Bestimmte Hersteller von Smartphones stehen deswegen immer wieder im Fokus öffentlicher Kritik.

Den komplexen Produktionsprozess anders zu gestalten ist kaum möglich, ohne hohen Kosten gegenüberzustehen. Bei der Herstellung sind viele Zulieferer beteiligt, sodass nicht schnell alles geändert werden kann. Eine Optimierung gefährdet die Konkurrenzfähigkeit, wodurch bei vielen Produzenten Nachhaltigkeitsprojekte nur langsam Fuß fassen. 

Recycling und Entsorgung

Auch die Entsorgung kann umweltschädlich sein. Der Elektroschrott wird teils in großen Containern ins Ausland verschifft. In zum Beispiel Afrika angekommen, zerlegen Menschen unter ebenfalls problematischen Bedingungen die Geräte.

Alles zusammen bildet den ökologischen Rucksack eines Smartphones. Dieser beschreibt, welche Ressourcen für ökologische Handys in der gesamten Nutzungszeit verbraucht werden. Obwohl ein Smartphone nur wenige Gramm wiegt, kommt der Rucksack auf ein erstaunliches Gewicht von rund 75 Kilogramm.

Das Gewicht kommt durch den Abbau der Rohstoffe, den Transport, die Ladung des Akkus und die Entsorgung zustande. Alles benötigt viel Energie. Während der Nutzungsdauer werden pro Handy 47 Kilogramm CO2 verbraucht. Ökologisch verträgliche Smartphones wird es deswegen in absehbarer Zukunft noch nicht geben. Es muss noch viel getan werden.

Eine gute Nachricht gibt es aber: Sie können jetzt schon etwas dafür tun, um den Umgang mit Smartphones zumindest etwas nachhaltiger zu gestalten.

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Ökobilanz beim Smartphone verbessern: Was können Sie tun?

Ein Smartphone wird oft nach kurzer Nutzungsdauer ausgetauscht. Verträge mit immer neuen Geräten, die stetige technische Weiterentwicklung und das Auftreten von Sicherheitslücken bei älteren Modellen begünstigen diesen Schritt.

Nutzungsdauer erhöhen

Die bei der Herstellung aufwändig erschlossenen und verwendeten Rohstoffe werden also nach nur anderthalb bis zwei Jahren entsorgt. Das mag bei den teuren iPhones weniger der Fall sein – schließlich wirft man ein 800-Euro-Gerät nicht einfach so nach einem Jahr weg und kann bei Apple auch das alte Phone in Zahlung geben.

Bei den deutlich günstigeren Android-Einsteiger-Modellen sieht das schon anders aus. Hier wird das Smartphone doch mehr oder weniger zum Wegwerfprodukt. Nachhaltig geht anders! Ziel sollte es immer sein, die Geräte so lange wie möglich zu nutzen oder zumindest im Umlauf zu halten: Wenn Sie es nicht mehr nutzen wollen, findet sich ja vielleicht doch noch ein anderer Nutzer.

Firmenhandys: bedarfsgerecht mieten

Die Nutzungsdauer zu erhöhen, ist im Unternehmenskontext nicht immer so einfach möglich. Schließlich trägt modernes Equipment zum Erfolg und auch Prestige eines Unternehmens bei.

Eine einfache Lösung, die Nachhaltigkeit bei Firmenhandys zu erhöhen, sind Miethandys von everphone. Denn everphone hat es sich zur Aufgabe gemacht, Firmenhandys so nachhaltig wie möglich zu machen. Geht ein Firmenhandy kaputt oder erscheint ein neueres Modell, kann es ausgetauscht werden. Im Hintergrund wird das ausgetauschte Gerät aber nicht einfach entsorgt, sondern aufbereitet („refurbisht“) und einem anderen Nutzer für einen weiteren Nutzungszyklus bereitgestellt oder verkauft.

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Grundsätzlich handelt es sich dabei um eine Langzeit-Gerätemiete. Es sind zwar einige Anbieter wie everphone am Markt, bei denen Sie ein Smartphone leihen können, aber nur everphone fokussiert ausschließlich auf mobile Firmengeräte.

Wichtig ist, dass durch den Einsatz einer MDM-Software auch die private Nutzung zulässig ist und Angestellte neben dem Firmenhandy kein zweites Privatgerät mehr benötigen – ein weiterer Schritt in Richtung Ressourceneinsparungen und damit Nachhaltigkeit.

Refurbishing

Ungenutzte ökologische Handys werden also aufbereitet und als  sogenannte „refurbishte“ Handys weiterverwendet. Folge: Die Nutzungsdauer der Geräte steigt deutlich an. Erst im letzten Schritt entsorgt die Mietfirma das Smartphone sachgemäß.

Dank der MDM-Software können Nutzer:innen unkompliziert zwischen privat und geschäftlich wechseln. Sie benötigen somit nur ein Gerät, wodurch massiv Kosten und Ressourcen eingespart werden. Sie erhalten mit „Phone as a Service“ ein vollständiges Konzept auf Basis einer Kreislaufwirtschaft („Circular Economy“). Es beachtet relevante Umweltaspekte und bietet einen hohen Nutzerkomfort.

Ökologische Handys umweltschonend entsorgen?

Viele alte Handys verbleiben ungenutzt im Besitz des Käufers. Sie landen in Schubladen, bis sie erst Jahre später in den Müll gelangen. Ein Smartphone besteht aus Edelmetallen, die hervorragend recycelfähig sind. Wird es ordnungsgemäß entsorgt, können Hersteller einen Großteil der Bauteile für die Produktion neuer Geräte einsetzen. Deshalb ist das Recyclen von alten Smartphones ökologisch sehr sinnvoll!

Bevor Handys im Elektromüll landen, können fast alle Modelle noch einen anderen Nutzer finden. Da die Preise für neue Modelle steigen, ist ein Markt für gebrauchte Handys entstanden. Anbieter kaufen alte Handys auf und setzen sie instand. Ein Austausch defekter Bestandteile ist deutlich nachhaltiger, als ein neues Handy zu produzieren. Gebrauchte Handys sind eine gute Lösung, um die Umweltbelastung zu begrenzen. Viel CO₂ wird eingespart, das sonst bei der neuen Produktion anfällt.

Neben dem Verkauf können sie gespendet oder einfach zurück zum Hersteller geschickt werden. Seit 2017 stehen die Hersteller in der Pflicht, Geräte zurückzunehmen. Eine Alternative: kostenlose Abgabe beim Recyclinghof.

Welches ist das nachhaltigste Smartphone?

Es gibt Bestenlisten für ökologische Handys. Die Modelle der Marken „Fairphone“ (Niederlande) und „Shift“ (Deutschland) sind dabei weit oben platziert. Sie verfolgen das Ziel, die Herstellung umweltverträglicher und gleichzeitig sozialer zu gestalten. Die gesamten Lieferketten sind transparent und Arbeiter sollen nicht ausgebeutet werden.

Zudem lassen sich Bauteile der ökologischen Handys selbst austauschen. Ist der Akku defekt, benötigen Sie kein neues Handy. Sie müssen lediglich ein Ersatzteil bestellen und einbauen. Entsprechende Video-Anleitungen sind im Netz zu finden, sodass auch technisch nicht so versierte Nutzer:innen ökologische Handys reparieren können. Praktisch: Die Herstellergarantie verfällt beim Öffnen des Geräts nicht.

Setzen Sie auch auf Nachhaltigkeit! Gemietete Firmenhandys bedeuten wenn nicht ökologische Handys, so doch einen deutlich verlängerten Lebenszyklus und damit einen längeren Einsatz der dafür benötigten Ressourcen.Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich bei Smart Devices? Unser Whitepaper  präsentiert Zahlen und Fakten zur Produktion und Nutzung von Smartphones und  Tablets weltweit. Klicken Sie für den kostenlosen PDF-Download.

Themen:Nachhaltigkeit

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